Tagesfahrt 2016 des Ortsvereins nach Bern

Bei etwas trüber Witterung startete unsere diesjährige Tagesfahrt am 2. Juli in Richtung Bern. Unterwegs bedachte uns der Wettergott mit frischem Nass, unsere Frühstückspause mussten wir deshalb in den Bus verlegen, was sich kaum auf die bis dahin heitere Stimmung auswirkte. Voller Freude genossen wir die vom Busfahrer selbst hergestellten herrlichen Backwaren und den mitgebrachten Sekt.

Da der Ortsverein Günterstal bevorzugt Zähringerstädte besucht, konnte auch diesmal ein Bezug hergestellt werden. Ende des 12. Jahrhunderts gründete der Herzog Berchtold V. von Zähringen die Stadt Bern. Nach dem Aussterben der Zähringer wurde Bern laut der Goldenen Handfeste 1218 eine Freie Reichstadt. Das Bündnisgeflecht mit Zürich, Luzern und den Waldstätten mündete in die Eidgenossenschaft. Bemerkenswert ist für „Gender-Anhängerinnen“, dass seit 1968 Frauen in der Gemeinde Bern stimm- und wahlberechtigt sind.

Peter Kalchthaler, unser unerschöpflicher Wissenspool, informierte uns schon auf der Fahrt über die Besonderheiten der Staatsformen der Schweiz, in der die höchste politische Macht das Volk hat. Die Stadt Bern ist nicht nur Sitz der städtischen und kommunalen, sondern als Bundesstadt auch der eidgenössischen Verwaltung und damit das größte Verwaltungszentrum der Schweiz. Als wir durch Basel fuhren, machte er uns auf zahlreiche Bauwerke aufmerksam.

Begrüßt wurden wir in Bern durch zwei Bären, die sich am Ortseingang in einem Gehege befanden.
Beim Rundgang durch die Altstadt durften wir die seit 1983 als UNESCO – Welterbe aufgenommenen Bauten mit ihren charakteristischen Lauben bewundern. Die Untertorbrücke, eine der ältesten spätmittelalterlichen Brücken der Schweiz, verbindet die Stadt mit der sogenannten Felsenburg, einem zu Wohnungen umgebauten Wehrturm aus dem 13. Jahrhundert. Auf dem Läuferplatz steht der Läuferbrunnen. Bewundernswert ist das barocke Rathaus zum Äusseren Stand. Der Rathausplatz mit dem Vennerbrunnen grenzt in unmittelbarer Nachbarschaft an die neugotische christkatholische St.-Peter- und Paul Kirche aus dem 19. Jahrhundert. Ganz gebannt schauten wir auf den Zeitglockenturm, an dem bei voller Stunde diverse Glockenspiele zu betrachten und zu hören sind.
Die über 100 Brunnen prägen das Stadtbild und erinnern an ehemalige Helden und historische Geschehnisse (z.B. Kindlifresserbrunnen, Oppenheimbrunnen etc.). Der Stadtbach, früher eine offene Kanalisation, verbindet auch heute noch unterirdisch die Brunnen miteinander.

Sehenswert war außerdem das Berner Münster, ein spätgotisches Bauwerk  mit einer dreischiffigen Basilika, das als größtes schweizer Sakralgebäude gilt. Bemerkenswert ist das am Portal angebrachte Relief des „Jüngsten Gerichts“. Besucht haben wir den „Handwärker-Märt“, der um das Berner Münster mit zahlreichen Ständen vertreten war.

Einer der Höhepunkte war die Einladung des dortigen Stadtschreibers, der uns in das Erlacher-Haus, den Sitz des Stadtpräsidenten, zu einem Empfang einlud und heitere Geschichten über den früheren Eigentümer des Hauses erzählte. In diesem Haus befinden sich einige Büroräume des Stadtpräsidenten.

Auch fürs leibliche Wohl war gesorgt. Ein Restaurant  in der Altstadt lud uns ein, die köstlichen Gerichte zu genießen. Wir staunten allerdings beim Bezahlen der Rechnung über die Preise. Ein halber Liter Wasser kostete z.B. 6,50 sFr. Nun denn, sei´s drum, wir waren gestärkt und zu weiteren Taten bereit.

Der anschließende Besuch des Historischen Museums gewährte uns interessante Einblicke in die Geschichte des Landes und der Stadt Bern. Begeistert hat uns auch das Einsteinmuseum, das über den großen Wissenschaftler in innovativer Weise berichtete und uns etwas an seinem Leben und Schaffen teilhaben ließ.
Auf dem Weg zum Historischen Museum machten wir eine Fotopause, um das Bundeshaus mit seinen Wasserspielen in unseren Fotoapparaten festzuhalten.
Vom Bus aus konnten wir das imposante Paul-Klee-Museums betrachten, das vom mehrfach preisgekrönten italienischen Architekten Renzo Piano gebaut wurde. Das 2005 eröffnete Zentrum ist der Person, dem Leben und Werk von Paul Klee (1879–1940) gewidmet. Der Architekt schuf eine grüne Insel, aus der sich drei Hügel aus Stahl und Glas erheben.
Erfüllt von den vielfältigen Eindrücken machten wir uns auf die Rückfahrt, die ohne Staus verlief. Wer hätte das gedacht ! Rechtzeitig kamen wir in Günterstal an, um den Fußballkrimi der deutschen Mannschaft gegen Italien zu erleben.
Herrn Kalchthaler wiederum Dankeschön für die geschichtliche Begleitung. Wir sind von seinem Wissen und der Präsentation begeistert und lernen jedesmal dazu. Bedanken möchten wir uns auch bei Herrn Läufer, unseren sympathischen Busfahrer, der uns mit seinen Backwaren verwöhnte und uns sicher durch die Lande fuhr. Danke an Norbert Stalter, der keine Mühen scheute und die Fahrt wieder prima organisiert hatte.
 
Angelika Müller
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