„Günterstäler Aussicht“

Unter diesem Namen soll der frühere „Güntertäler Stammtisch“ wieder fortgeführt werden und in lockerer Folge Vorträge nicht nur über lokale Themen anbieten. Für die erste Veranstaltung am 20. Februar 2020 konnte der Günterstäler Forstprofessor Heinrich Spiecker gewinnen werden, der in seinem Ruhestand durchaus aktiv geblieben ist und wie schon seit 20 Jahren als Berater der chinesischen Forstwirtschaft tätig ist.
Unter dem Titel Chinesische Wälder - Deutsch-chinesische Zusammenarbeit unterstützt die nachhaltige Waldentwicklung in China berichtete der Referent im „Kybfelsen“ über den Waldbau in China, das in den letzten Jahrzehnten große Anstrengungen unternommen hat, seine Waldflächen wieder zu vergrößern, um die Abhängigkeit von Holzimporten beispielsweise aus Russland zu verringern. Dabei entstanden Plantagenwälder, die allerdings weder eine ausreichende Holzversorgung garantieren noch den Ansprüchen nachhaltiger Forstwirtschaft genügen können, weshalb eine Neuausrichtung eingesetzt hat, die die hiesigen Erfahrungen nutzt. Dabei gilt es, so Prof. Spiecker, die vorhandenen Naturwälder vor Übernutzung zu bewahren und die Plantagenwälder in einen produktiveren Zustand zu bringen. Die Beratertätigkeit in dem fremden Kulturkreis stellte den Referenten manchmal vor ungewohnte Situationen, die ein bezeichnendes Licht auf die chinesische Mentalität werfen, zu der aber immer noch die Gastfreundschaft gehört.
Der renommierte Forstwissenschaftler beschränkte sich bei seinem auch durch reiches Bildmaterial ergänzten Vortrag nicht auf „grüne“ Themen, sondern zeigte unter Verzicht auf die altbekannten Touristenattraktionen ein Land mit einer ungeheuren Spannweite zwischen Alt und Neu, zwischen traditionellen Bauerndörfern und explodierenden Megastädten. 
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