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Charakteristisches Ortsbild Günterstals in Gefahr?

Günterstal verfügt über eine organische und einzigartige Bebauung. Das Siedlungsbild ist geprägt von großflächigen Gärten, die die einzelstehenden Häuser umgeben. Die Arten der vorhandenen Bäume und Sträucher sind überwiegend heimisch und gehen teilweise nahtlos in die freie Landschaft über.


Allerdings weitet sich die städtische Verdichtung auch hierher aus, um dem Wunsch nach stadtnahem Wohnen in attraktiver Lage nachzukommen. Ehemals großzügig angelegte Grundstücke mit solitärer Bebauung werden geteilt und eng bebaut.


Wenn kein Bebauungsplan existiert, greifen die Vorgaben gemäß § 34 im BauGB. Darin wird geregelt, dass sich ein neues Bauvorhaben in seine nähere Umgebung einfügen muss, und zwar hinsichtlich:

  • der Art und des Maßes der baulichen Nutzung,

  • der Bauweise und

  • der Grundstücksfläche, die überbaut werden soll.

Das Ortsbild soll so nicht beeinträchtigt werden.


Inwieweit dies in Günterstal noch erfüllt ist, wird derzeit von den Bewohnerinnen und Bewohnern diskutiert und angezweifelt.


Die Herren Dr. Münzer und Dr. Strasser aus Günterstal haben in der Mitgliederversammlung des Ortsvereins am 24.03.2023 Ihre Bedenken vorgetragen. Zuvor hatten sie dem Vorsitzenden des Ortsvereins die nachfolgende Kopie ihrer E-Mail weitergeleitet:



Gesendet: Freitag, 24. März 2023 um 08:17 Uhr Von: "Christoph Münzer" <christophmuenzer@icloud.com> An: dez-V@stadt.freiburg.de Cc: "Wolfgang Strasser" <dr.strasser@gmx.de>, "Norbert Stalter" <info@ortsverein-guenterstal.de> Betreff: Günterstal

Sehr geehrter Herr Professor Haag, Wir hatten kürzlich persönlich über das Thema diskutiert, anbei - wie gewünscht - eine kurze schriftliche Zusammenfassung des Inhalts.

In Günterstal regt sich zusehends Unmut darüber, dass der Ortsteil eher wuchert als wächst. Günterstal ist geprägt durch eine eher lockere Besiedlung mit vielen Einfamilienhäusern. Nun muss überall nachverdichtet werden, auch soziale Aspekte sollen eine Rolle spielen, was politisch breit und natürlich auch von uns Günterstälern getragen ist.

Ob zur Verfolgung dieser Ziele die um sich greifende für Günterstal neue und unmässige Bauform der „Mallorca-Kaserne“ (Fotos Rehhagweg rechts und links der Strasse)) weiter verfolgt werden sollte, sollten wir unseres Erachtens grundsätzlich thematisieren.

Die ortuntypische Bauform nimmt in keinerlei Hinsicht auch nur ein bisschen Bezug zur bisherigen Bauumgebung, Flächenversiegelung, Giebelformen, Grenzabstände, … Ein bauliches UFO landet und sprengt alle Maßstäbe. Will solche verkrampften Investorenobjekte wirklich einer haben, oder maximiert sie nur die Rendite der stadtbekannten Bauträger? Der Verkauf läuft schleppend, die Bauarbeiten ruhen schon länger, vielleicht droht eine riesige Bauruine?

Es ist gewiss nicht der preiswerte Wohnraum, der hier für junge Familien geschaffen wird. Es gibt auch keine überragende Wohnqualität oder Signature-Architektur. Es handelt sich vielmehr um überteuerten Wohnraum, der sich vor allem als Spekulationsobjekt für Anleger und Steuersparmodelle ortsfremder Dritter anbietet.

Nein, wir wollen keine „Käseglocke“ über Günterstal errichten. Aber wir denken auch nicht, dass jede bauliche Veränderung immer nur ein Fortschritt für unser Gemeinwesen ist. Uns fehlt ein bauliches Konzept seitens der Stadt, mit dem man Wachsen von Wuchern unterscheiden kann. Wir fordern einen Bebauungsplan für Günterstal, der auf Kontinuität ohne Brüche setzt. Zukunft braucht Herkunft, sonst betonieren wir Beliebigkeit.

Gerne stehen wir für weitere Fragen bereit. Eine längere Namensliste von Unterzeichnern dieses Briefes ist in Arbeit. Herr Norbert Stalter, Vorsitzender des Ortsvereins Günterstal, unterstützt diesen Brief ausdrücklich. Wir freuen uns auf eine Antwort. Bitte sagen Sie gerne, ob und wie wir nachlegen sollten. Ein stimmiges Ortsbild von Freiburg-Günterstal ist auch Ihre Verantwortung!

Herzliche Grüße

Familien Dr. Münzer und Dr. Strasser



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Burg Hohenzollern (Foto: istockphoto).

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